Wer einen Pflegegrad hat und zuhause versorgt wird, hat automatisch Anspruch auf den Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI – aktuell bis zu 131 Euro im Monat. Trotzdem lassen viele Familien dieses Geld ungenutzt liegen, einfach weil der Anspruch zu wenig bekannt ist. Wir erklären, worum es geht, und welche weiteren Leistungen Ihrer Pflegekasse Sie nutzen können.
Mehr Spielraum: Umwandlungsbetrag und Verhinderungspflege
Neben dem Entlastungsbetrag gibt es weitere Leistungen Ihrer Pflegekasse, die sich für Unterstützung im Alltag nutzen lassen.
Umwandlungsbetrag aus den Pflegesachleistungen: Ab Pflegegrad 2 dürfen bis zu 40 Prozent des Höchstbetrags der ambulanten Pflegesachleistungen, die Sie nicht für einen Pflegedienst nutzen, für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden. Wer zusätzlich Pflegegeld bezieht, erhält es dann anteilig gekürzt.
Verhinderungspflege: Ist die pflegende Person im Urlaub, krank oder braucht eine Auszeit, springt die Pflegekasse ein. Seit dem 1. Juli 2025 steht dafür gemeinsam mit der Kurzzeitpflege ein Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro zur Verfügung, ab Pflegegrad 2. Dieser Betrag verfällt zum Jahresende, wenn er nicht genutzt wird.
Wie sich diese Töpfe in Ihrem Fall kombinieren lassen, hängt vom Pflegegrad und von Ihrer Pflegekasse ab. Genau das klären wir mit Ihnen im kostenfreien Erstgespräch, wenn Sie möchten, gemeinsam am Telefon mit Ihrer Kasse.
Wer hat Anspruch?
Anspruchsberechtigt sind alle Pflegebedürftigen der Pflegegrade 1 bis 5, die zuhause gepflegt oder betreut werden. Der Betrag steht Ihnen automatisch mit der Anerkennung des Pflegegrads zu – ein gesonderter Antrag ist dafür nicht nötig.
Wofür darf das Geld verwendet werden?
Der Entlastungsbetrag ist zweckgebunden: Er darf ausschließlich für qualitätsgesicherte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden – etwa Haushaltshilfe, Betreuung und Begleitung, wie wir sie als Alltagsgestalter anbieten. So bleibt mehr Luft im Alltag, ohne dass Angehörige an ihre Grenzen kommen.
Wie läuft die Abrechnung?
Als anerkannter Anbieter rechnen wir unsere Leistungen in der Regel direkt mit Ihrer Pflegekasse ab. Sie müssen meist nicht in Vorleistung treten – wir übernehmen den Papierkram und sagen Ihnen genau, welche Unterlagen wir dafür brauchen.
Was passiert mit nicht genutztem Geld?
Nutzen Sie den Betrag in einem Monat nicht vollständig, verfällt er nicht sofort: Nicht verbrauchte Beträge eines Kalenderjahres können bis zum 30. Juni des Folgejahres übertragen und dann genutzt werden. So lässt sich die Unterstützung flexibel genau dann einsetzen, wenn sie am meisten gebraucht wird – etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder in einer besonders herausfordernden Phase.
Unsicher, wie viel Ihnen konkret zusteht oder wie Sie am besten starten? Wir beraten Sie gerne unverbindlich und unterstützen bei den ersten Schritten.